Haben Sie auch schon mal gedacht: “Das müsste man eigentlich
aufschreiben” ?
Über das eigene Leben zu schreiben bedeutet, sich die Vergangenheit
noch einmal kreativ anzueignen. Das Erlebte gewinnt Gestalt und
erscheint in einem veränderten Licht. Die erstarrten Bilder der
Erinnerung beginnen wieder zu leben. Im Prozess des Schreibens
erfährt man das Gewesene noch einmal und gibt ihm aus der Jetztzeit
heraus eine zusätzliche Bedeutung. Damit macht das Schreiben auch
die Gegenwart reicher.
Diese Schreibwerkstatt ist für alle gedacht, die gern erzählen und
schreiben und sich autobiografisch schreibend mit ihrem
eigenen Leben beschäftigen wollen. Natürlich auch für die, die
schon hier und da etwas aufgeschrieben haben.
Wer heute über 50 Jahre alt ist, dessen Lebensspanne umfasst
mindestens die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, ein
Zeitraum mit tiefen gesellschaftlichen Umbrüchen und rasantem
technischen Fortschritt. Er oder sie hat eigene Erinnerungen an die
Nachkriegszeit, womöglich sogar noch an die Kriegsjahre.
Erinnerungen an die 40er Jahre des Hungers, an die ärmlichen und
braven 50er Jahre, an die satten 60er und die wilden 70er Jahre, mit
ihren verwirrenden Veränderungen in den Beziehungen zwischen Mann
und Frau, Eltern und Kindern. Vor dieser Kulisse eines gewaltigen
sozialen Wandels spielte sich unser eigenes Leben ab, mit unseren
ganz besonderen persönlichen Erfahrungen, die jetzt Vergangenheit
geworden sind.
Die Schreibwerkstatt bietet Anregung bei der Auswahl
autobiographischer Stoffe. Wir beschäftigen uns mit den Techniken des
Schreibens, an ausgewählten Beispielen autobiografischer Literatur
und in der Arbeit an den eigenen Texten, die vorgelesen und zur
Diskussion gestellt werden.
|